Die Domestizierung des Mannes

Trotz der in diesem Zusammenhang zunehmenden Domestizierung des Mannes ist das Urinieren im Stehen durchaus noch weit verbreitet. Jemand, der diesen früher herrschenden Brauch noch ausübt, muss zwar regelmäßig mit bisweilen erheblichen Auseinandersetzungen mit – insbesondere weiblichen – Mitbewohnern, nicht aber mit einer Verätzung des im Badezimmer oder Gäste-WC verlegten Marmorbodens rechnen.

Darf ein Mieter im Stehen pinkeln, auch wenn Urinspritzer den Badezimmerboden in Mitleidenschaft ziehen? Ein Amtsgericht hat diese Frage mit obigen Spruch entschieden. (Quelle: FAZ)

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„Bielefeld ist bunt und weltoffen“

flyer_19-01-2015Update: Mehr als 10.000 Teilnehmer bei „Bielefeld ist bunt und weltoffen“ schreibt die NW. Bei einigen Sprechern hätte ich mir eine weniger stereotype Rede gewünscht. So meinte z. B. der  Chefredakteur der Neuen Westfälischen: „Wir wollen nicht zulassen, dass islamistische Terroristen mit brutaler und tödlicher Gewalt gegen Journalisten oder wen auch immer unser freies Demonstrationsrecht bedrohen und kassieren.“ Warum nicht einfach: „menschenverachtende Mörder“. Gerade auch dann angesagt, wenn ein Redner zuvor betonte, dass die Mörder von Paris nichts, aber auch rein gar nichts mit dem Islam gemein haben.

Ich habe mal von meinen Aussichtspunkten Panoramas geschossen.

Jahnplatz-Kundgebung am Montag für ein weltoffenes Bielefeld: Es soll ein starkes Zeichen werden, das die Bielefelder Bürger am Montag senden sollen – für Toleranz, gegen Rassismus und gegen Islam-Feindlichkeit. 5000 Teilnehmer erwarten die Organisatoren ab 18.30 Uhr auf dem Jahnplatz zu der Kundgebung unter dem Slogan „Bielefeld ist bunt und weltoffen“.

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25 Jahre Mauerfall

Heute vor 25 Jahren ist die Berliner Mauer gefallen. Google erinnert mit einem Video-Doodle an den Mauerfall.
Während die Mauer 1989 noch Ost- und Westberlin trennte und Symbol des Konflikts im Kalten Krieg war, stehen Teile dieser Mauer heute weltweit verteilt.

Gastbeitrag: Der alltägliche Rassismus

Fremdschämen in Brackwede von @Kathrin

Wieder einmal sitze ich in einem Café in Brackwede, um bei einer Tasse Kaffee Zeitung lesend etwas zu verweilen. An den Tischen um mich herum sitzen Leute ab 60 Jahre aufwärts. Ich bin unbeabsichtigt Zuhörerin diverser Gespräche und Reaktionen auf Begebenheiten, die sich im und vor dem Café abspielen.

Immer wieder haben die Gespräche rassistische und menschenfeindliche Inhalte. So zum Beispiel heute: es läuft ein hagerer Mann mittleren Alters durch Brackwede in völlig abgewrackter Bekleidung. Dass er eine Hose trägt ist kaum noch zu erkennen, da sie in Streifen an ihm herunterhängt.

Kein Mensch also, der gemäß gängiger Normen gut für sich und seine Bedürfnisse aufkommen kann. Nicht erkennbar, ob er ein häusliches und betreutes Leben führt oder wirklich nur auf der Straße lebt.

Er irrt umher, spricht vor sich hin grummelnd nur mit sich selbst und ist deutlich erkennbar isoliert.

Ein zirka 80jähriger wohlgenährter Mann äußert: „man sollte ihn erschießen“.

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Nachlese: FameLab Germany Finale

Stelle Dir ein Neues Universum vor: In diesem Neuen Universum wird vielleicht der Hamburger Sportverein auch aus der Bundesliga gekegelt – und zwar von Arminia Bielefeld. Den Ruf der Stadt, die es gar nicht gibt, hat dann Münster abbekommen!

Humor, Kreativität und Rhetorik waren vor ca. 4 Wochen beim Finale von FameLab Germany gefragt. Auf der nächsten Seite findet Ihr die Videoaufzeichnungen der drei Gewinner.

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Bielefelder lehnen Stadtbahn-Linie 5 ab

Mit Interesse habe ich gestern online die Abstimmung zur Stadtbahn-Linie 5 verfolgt. Für den Ausbau hat unter anderem die stadteigene Tochter Mobiel massiv geworben. So war eine Straßenbahn mit Bildern von prominenten Fürsprechern, wie etwa der Romanautorin Hera Lind, beklebt worden. Die Freie Scholle ließ über die gesamte Häuserfront die Linie 5 bewerben, nur um weitere Befürworter zu rekrutieren.

Die Mehrheit – nämlich rund 54 % – lehnt jedoch die Linie 5 in der derzeit konzipierten Fassung ab. In manchen Wahlbezirken lag der Anteil der Kritiker bei knapp drei Viertel der abgegebenen Stimmen. Fast 75 % der Wahlberechtigten in den Wahlbezirken von Heepen und Altenhagen lehnen damit nicht nur die Linie 5 ab. Nein – sie lehnen damit auch die Stadtbahn-Verlängerungen „Milse Ost“ ab.

Aber das haben die Politiker noch längst nicht begriffen. Sie schwafeln vielmehr davon, dass die Kritiker vor allem die unsichere Finanzierung bemängeln. Die Gründe für die Ablehnung sind jedoch vielfältig.

Leute – Ihr habt jeglichen Kontakt zu Eurem Stimmvieh Euren Wählern verloren.

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Die 5 verliert? – Stadtbahn Bielefeld

NW WahlhelferDer Bielefelder Wahlhelfer: 4.067 Bielefelder haben bislang den Bielefelder Wahlhelfer zur Positionsbestimmung genutzt. Dabei handelt es sich um eine Online-Plattform nach dem Vorbild des Wahl-o-mats. Es soll den interessierten Bielefeldern erstmals zu einer Kommunalwahl Orientierungshilfe bei der Wahlentscheidung am 25. Mai geben.

Dabei wurden die Angaben der Teilnehmer des Wahlhelfers gleichzeitig gespeichert. Dabei kam ein zunächst überraschendes Ergebnis heraus: Nur 41 % stimmen der Frage „Die Stadtbahnlinie von Sennestadt nach Heepen soll gebaut werden“ zu. Andersherum formuliert: 59 % sind gegen den Bau der Linie 5 – Verliert die 5 und verlieren damit auch die Grünen Ihre politische Bedeutung in Bielefeld?

Das Ergebnis ist meines Erachtens nicht überraschend:

  1. Bürgerabstimmung: Da flatterte den Bielefelder Bürgern doch vor einigen Wochen ein Stimmzettel für die Bürgerabstimmung zur Linie 5 ins Haus. Der Rat der Stadt Bielefeld hatte entschieden, dass man einen Freibrief zur Legitimation der projektierten Linie 5 benötigt. Dies obgleich viele wichtige Details wie z. B. die Streckenführung noch gar nicht endgültig geklärt sind. Wer kann dazu schon Ja sagen.
  2. Außerdem macht es schon misstrauisch, das kaum Alternativkonzepte zum Ausbau des ÖPNVs in Bielefeld in Erwägung gezogen werden. Vielmehr wurde und wird das Projekt massiv beworben und von fast allen gesellschaftlich „relevanten“ Organisationen, Institutionen, Gruppen und Parteien in Bielefeld unterstützt. Alle ziehen an einem Seil. Das Vertrauen in diese gesellschaftlichen Gruppierungen geht jedoch mittlerweile gegen Null. Wer kann dazu schon Ja sagen.
  3. moBiel hat es in den letzten Jahrzehnten nicht geschafft, den öffentlichen Nahverkehr in Bielefeld ökologisch, sozial und human zu gestalten. Das Primat der Energiewende ohne Rücksicht auf soziale Gegebenheiten erscheint den Bürgern mittlerweile als eine von der Politik verabschiedete Doktrin. Doktrin wie wir sie aus der katholischen Kirche erleiden mussten und müssen, werden schon lange nicht mehr gesellschaftlich unreflektiert akzeptiert.
  4. Und eine Befürchtung, die man aufgrund der bekannten kommunalen Infrastruktur-Politik allemal haben muss: Unterversorgte Gebiete werden mutmaßlich dann infrastrukturell bevorzugt, wenn daraus für das eh schon unterprivilegierte Stadt-Gebiet immense regionale Nachteile oder Belastungen resultieren; die Vorteile die Belastungen nicht kompensieren können und die Vorteile primär anderen, wohlsituierten Stadt-Gebieten zugute kommen. Die Bevorzugung sich letztendlich als Benachteiligung herausstellt. Eine schöne Verkehrung der Thesen zu „sozialen Disparitäten“.

Und da verwundert die Bielefelder Stimmungslage tatsächlich nicht. Erlebt die Politik ebenso wie beim Bürgerentscheid zum Freibad Gadderbaum ein Desaster?

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Diskotheken-Fotos im Internet

Wir haben gestern am Stammtisch darüber gesprochen, ob Diskotheken-Besitzer Bilder von Besuchern verwerten dürfen – also zum Beispiel, ob es erlaubt ist, das ein Bild des knutschenden Diskotheken-Besuchers W. im Internet veröffentlicht wird.

Nein – Diskotheken-Besitzer dürfen es nicht.

Vorweg: Das Bildnisrecht oder das „Recht am eigenen Bild“ besagt, dass jeder Mensch grundsätzlich selbst darüber bestimmen darf, ob überhaupt und in welchem Zusammenhang Bilder von ihm veröffentlicht werden.

„Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, dass er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt. Nach dem Tode des Abgebildeten bedarf es bis zum Ablaufe von zehn Jahren der Einwilligung der Angehörigen des Abgebildeten. Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner und die Kinder des Abgebildeten und, wenn weder ein Ehegatte oder Lebenspartner noch Kinder vorhanden sind, die Eltern des Abgebildeten.“ (§ 22 KunstUrhG)

Es gibt natürlich Ausnahmen – z. B. öffentliche Versammlungen oder Demonstrationen.
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